Autor: vismin

Eine Neuaufnahme

«Wir haben allen Grund zu glauben, dass [der Wistenlacher Berg] bedeutende Informationen über eine immer noch unklare Epoche unserer Geschichte liefern wird» schreiben 1976 Hanni Schwab, Olivier Reverdin und Hans-Georg Bandi (die drei Gründer von Pro Vistiliaco). Dreissig Jahre später wissen wir schon einiges mehr über den Wistenlacher Berg, dennoch bleibt noch vieles im Dunkeln. […]

Der Brand

Bei den Ausgrabungen entdeckte man Brandspuren im Inneren der Befestigung. Eine lange Zeit favorisierte Hypothese besagt, dass dieser Brand in Zusammenhang mit dem Wegzug der Helvetier im Jahr 58 v.Chr. stehen würde. Neue Indizien, die sich aus der Untersuchung des Fundmaterials und aus Korrekturen der Chronologie ergaben, machen jedoch wahrscheinlich, dass der Brand bereits früher, […]

Dauer und Kosten

Zeit Gilbert Kaenel schätzt, dass sich die Arbeiten im Terrain auf ungefähr 1220 Arbeitstage à 8 Stunden belaufen. Selten überstieg die Zahl der Mitarbeiter zehn Personen. Die Aufarbeitung nach der Ausgrabung nahm ca. 150 Tage in Anspruch. In dieser groben Schätzung sind weder die von Studenten durchgeführten Arbeiten, noch die Aufwendungen von Seiten der Mitarbeiter […]

Strasse

Die Hauptstrasse führt an der Stelle in die Anlage, wo heute die Mauerrekonstruktion steht. Sie ist in den Untergrund eingetieft und besteht aus zwei mit Steinen ausgelegten 1,50 und 2,10 m breiten Gleisen mit einer 1,50 m breiten Mittelberme. Die Dimensionen der Strasse entsprechen denjenigen anderer Oppida. Die Strasse erlaubt im Einbahnverkehr das Fortkommen traditioneller […]

Keramik

Die Mehrzahl der zu ca. 200 gesicherten Gefässen gehörenden Keramikfragmente ist typisch für die Spätlatènezeit und wurde in der Region hergestellt. Daneben findet man Scherben von Gefässen, die aus dem Mittelmeerraum importiert wurden (z.B. Amphoren). Bislang gibt es keinen Nachweis für eine Keramikwerkstatt auf dem Wistenlacher Berg. Keramikensemble vom Wistenlacher Berg

Die Besiedlung

Die Dendrochronologie (eine Art Kalender, der die Jahrringe von Bäumen zählt) belegt für die Umgebung eine Abholzungsphase um 124 v.Chr. Sie steht möglicherweise in Zusammenhang mit der Erbauung der Wehrmauer. Überreste von aufeinander folgenden Herdfeuern und die Fundstücke (Keramik, Münzen) geben keine befriedigenden Hinweise auf Anzahl, Häufigkeit und Dauer der Besiedlung zwischen dem Ende des […]

Chronologie der Ausgrabungen

VORSPIEL 1959 und 1960 Erste Sondierungen von Hans Rudolph Rohrer (von Beruf Grafiker) auf dem Westhang vom Plan Châtel. Nachweis einer Befestigungsanlage. PLANMÄSSIGE AUSGRABUNGEN 1978 Dauer: ca. 2 Monate. Schnitte an der Westflanke, im Bereich der sichtbaren Geländebrüche im Hang. Nachweis einer durch Brand untergegangenen Schutzmauer und einer Mauer mit frontalen Pfosten. 1979 Dauer: ca. […]

Tore

Bis heute sind zwei Toranlagen nachgewiesen; allerdings wurde nur das Nordtor zumindest teilweise untersucht. Es befindet sich dort, wo heute die Teilrekonstruktion der Wehrmauer steht. Das Südtor befindet sich ca. 275 m vom Nordtor entfernt in Richtung Murtensee, nahe bei einem deutlich sichtbaren Unterbruch im Gefälle. Heute verläuft dort ein Feldweg. Die Deutung der Stelle […]

Münzen

Bei den 72 Münzen vom Wistenlacher Berg handelt es sich um 51 Potin-Münzen (gegossen) und 18 Quinare (geprägt) aus Silber. Ein Quinar stammt aus dem Jahr 151 v.Chr. 32 Potine mit dem Motiv eines grossen Kopfes gehören zum häufigsten Münztyp in Frankreich und im Osten des Mittellandes. Die Verwendung von römischen Prototypen (Quinare) verweisen auf […]

Fragen

Bei schönem Wetter präsentiert der Wistenlacher Berg sogleich seine Vorteile: ein Plateau mit der Ausdehnung von sechs Fussballplätzen; ein hoch aufragender Platz im Zentrum des Dreiseenlandes; ein aussergewöhnlicher Rundblick über die halbe Schweiz, von der Alpenkette im Süden bis zum Jurabogen. Der natürliche Aussichtspunkt auf 653m Höhe zieht seit Jahrzehnten Scharen von Touristen und Wanderern […]