Autor: vismin

Türme

Drei Türme wurden bei den Ausgrabungen nachgewiesen. Zwei befinden sich beidseits des Haupttores, etwa zwanzig Meter von diesem entfernt. Ein weitere Turm steht beim Südtor. Die auf neun Pfosten errichteten Türme besitzen vermutlich einen quadratischen Grundriss (7 x 8 m) und sind verkleidet. Der Turm südlich vom Haupttor hatte ein begehbares Erdgeschoss (daher der Name […]

Instandsetzung

Bei den Ausgrabungen zeigte sich, dass die Befestigungsanlage auf ihrer gesamten Länge mit einer zweiten Front verstärkt wurde. Der genaue Zeitpunkt dieser Baumassnahme ist unbekannt. Die Verdoppelung der Frontverkleidung mittels 1,50 m vor der alten Front eingesetzten Pfosten erklärt sich nur schwer mit der Alterung der bestehenden Mauer oder mit verteidigungstechnischen Gründen, denn mit dem […]

Typologie

Die Architektur der Befestigungsanlage auf dem Wistenlacher Berg aus der Spätlatènezeit folgt in mehrerer Hinsicht festen Vorgaben. In seiner Gesamtheit handelt es sich um eine Wehrmauer im Sinne eines Annäherungshindernisses, das keine Rücksicht auf das unregelmässige Gefälle oder Höhenunterschiede nimmt, wie sie im Süden des Hügels (südlich vom Nordtor) erkennbar sind. Die Wistenlacher Befestigung gehört […]

Das Know How

Der Bau dieser Wehrmauer findet auch heute noch die Bewunderung von Fachleuten. Die «Ingenieure» der Spätlatènezeit besassen einen ausgeprägten Sinn dafür, das Bauwerk den Widrigkeiten des Geländes anzupassen. Als Vorarbeit für die Teilrekonstruktion der Wehrmauer untersuchte Prof. Leopold Pflug von der Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) die Statik der Mauer. Er schätzt, dass zwischen […]

Rekonstruktion

Die heute zu besichtigende Rekonstruktion ist nicht ganz so wie das Original. Die Höhe der Rekonstruktion ohne Palisade beträgt vom Boden gemessen 5 m. Dies ist ein bisschen mehr als das, was die Archäologen für die Originalmauer schätzen. Ausserdem wurden für die Rekonstruktion moderne Techniken eingesetzt: Holzimprägnierung, Einbetonierung der Pfosten, Eisenanker, Isolierungsmaterial im Bereich der […]

Kosten der Rekonstruktion

Die Teilrekonstruktion der «helvetischen» Wehrmauer kostete 110.000 Franken. Dazu beigetragen haben vor allem die Gemeinde Bas-Vully (10.000 Fr.), Pro Vistiliaco (40.000 Fr.) und die Loterie Romande (40.000 Fr.). Der Rest wurde im Rahmen der lokalen Veranstaltungen zur Expo.02 von den Freiburger Gemeinden der Arbeitsgruppe Expo-Vully, der Gesellschaft für Entwicklung und dem Kanton Freiburg aufgebracht. Ihre […]

Die andere Wehrmauer

Auf dem Wistenlacher Berg gibt es noch ein andere, viel kürzere Wehrmauer. Sie befindet sich weiter oben als die Hauptwehrmauer, im Randbereich des oberen Plateaus vom Plan Châtel. Unklar ist, ob diese Anlage bereits vor der Hauptmauer existierte, ob sie zur gleichen Zeit errichtet wurde oder ob sie zu einer jüngeren Befestigungsanlage gehört. Man weiss […]

Das Modell

1992 gab Pro Vistiliaco ein Modell der Wehranlage im Massstab 1:50 in Auftrag. Dieses von Hugo Lienhard realisierte Modell wurde anlässlich einer Ausstellung im Museum von Murten erstmals gezeigt. Anschliessend war es im Museum für Kunst und Geschichte in Freiburg, im Musée gruérien in Bulle, im Gemeindehaus Nant (Gemeinde Bas-Vully), im Lehrerseminar Freiburg, im Musée […]

Murus gallicus

Julius Cäsar beschreibt in seinem «Gallischen Krieg» eine Wehrmauer, die er als «murus gallicus» (= gallische Mauer) bezeichnete. Es handelt sich um eine Anlage aus Erde, die auf einer Konstruktion aus aufeinander liegenden Schichten mit horizontalen Pfosten und einer Verkleidung aus Trockenmauerwerk besteht. Seit 1875 gelang es Archäologen in Europa und vor allem in Frankreich, […]